waldpferd

Schlafmittel

Hallo liebes Tagebuch,

ich kann nicht mehr. Ich gucke Savatage und das TSO live vom WOA und frage mich, wann ich das letzte mal so was lächerliches gesehen hab.

Eben kam eine Hendrixdoku auf arte und es hat mich nachdenklich gemacht. Es kann doch nicht sein, dass man die Musik, die 1970 gemacht wurde, immer noch besser findet, als alles andere danach. 1000 mal wurde gesagt, wie absolut neu die ganze Sache von Hendrix war, das Gitarrespielen, die Geräusche und der Sound. Daran hat sich kaum was geändert bis heute. Den ganzen kurzlebigen Popschrott lasse ich mal außen vor.

Es muss also was neues her. Hendrix wollte auch neue Sachen machen, er kam nur nicht mehr dazu. Ich finde, man muss wirklich was sagen wollen mit der Musik. Klingt abgedroschen, aber die wenigsten tun das. Wie soll das auch gehen, wenn man auf Englisch singt und auch noch rumnuschelt. Wie soll das gehen, wenn die Texte untergehen in viel zu lautem E-Gitarrenbrei. Es geht nicht, wenn man gezwungen ist, das Lied 3 Minuten lang zu halten, damit es im Radio gespielt werden kann, damit man sein Geld damit verdient, was man nämlich braucht, weil man von sich sagen will, dass man als Künstler sein Geld verdient. Weil man dann der Tollste ist. Dabei gibt es kaum tolle Leute auf der Welt. Hendrix hatte Glück. Aber er hat so unglaublich viel Gitarre geübt, wahrscheinlich so viel wie wirklich kein anderer zu der Zeit. Nur so kommt man zu wirklich neuen Ideen.

Also man muss irgendeine Philosophie vertreten, was zu sagen haben. Nicht nur was kritisieren, sondern sagen, wie die Welt ist, was man machen muss und was das Gute und Wichtige ist. Das muss alles zusammen kommen in der Musik. Und dann muss von der Instrumentation auch was neues dazu kommen. So geht das doch nicht weiter. Die E-Gitarre ist 70 Jahre alt oder so, und immer noch wollen die Leute so klingen wie Hendrix. Das liegt doch nur dadran, dass es zwischendurch keine Entwicklung gegeben hat, das ist doch ganz einfach zu kombinieren.

Also.

Ich mach alles neu. Bald. Aufnahmestudio wird weiter aufgebaut. Es wird 1 Mio kosten, wie das von Hendrix, aber es lohnt sich. Tschüss.

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frei

Moin Tagebuch,

heute hab ich frei. Die ganze Woche sogar. Ich weiss nicht ganz, was ich tun soll. Es gibt doch jede Menge Sachen, die man immer vor sich herschiebt, für die Zeit wo man mal Zeit hat. Irgendwas war da. Wahrscheinlich fällt es mir am Sonntagmittag wieder ein. Außerdem weiss ich nicht, was ich mit dem ganzen Geld machen soll. Ich hatte Unmassen an Postgeld übrig und hab mir eine teure Gitarre gekauft. Die war aber nicht gut genug und ich hab sie zurück geschickt. Jetzt hab ich zu viel Geld. Keine Ahnung, was die ganzen anderen Leute mit ihrem ganzen Geld machen. Ich mein, ich hab doch schon viele Hobbys, was machen dann die ganzen langweiligen Leute ohne Hobbys damit? Achja: ein teurer Fernseher, ein mal im Jahr eine Fernreise, ein teures Auto, Ikea. Mehr Möbel wären gut. Aber die Zeit fehlt mir, um das richtige auszusuchen. Dafür ist sie mir zu schade. Der Röhrenfernseher läuft noch und die neuen Hitzespuren von den Teelichtern oben drauf sind mir sowas von egal. Ich hab ganz einfach neue Teelichter draufgestellt. Reisen wäre nett, aber das wird wohl nix diese Woche. Gestern war das Wetter sehr gut, aber den Rest der Woche wird es so lala. Für ein paar Tage lohnt es sich jetzt auch nicht. Da denke ich lieber drüber nach, was ich tolles kaufen werde. Es muss auf jeden Fall so unsinnig sein, wie eine Gitarre aus USA oder ein Objektiv aus Japan. Am besten wäre eigentlich, noch weniger zu arbeiten und noch weniger Geld zu haben. Man würde sich ein mal die passende USA-Gitarre kaufen und sie den halben Tag lang spielen. Und zwar jeden Tag! Aber ich brauche sie nicht. Das hier ist die Wegwerfgesellschaft. Wenn die Bünde abgespielt sind, wird direkt ein neuer Hals gekauft! Es ist billiger. Danke, China und Indonesien! Da fällt mir ein, ich könnte zu Primark in Krefeld einkaufen gehen. Es ist jetzt da neu. Bei der Eröffnung haben da Leute protestiert. Und genau so viele standen in der Schlange, um als erster die Schnäppchen machen zu können. Wegwerfkleidung ist doch was schönes. Ich habe jetzt schon öfters einfach das stinkende Billighemd weggeschmissen, statt es noch mal zu waschen. Was soll’s! Die Welt ist nun mal so wie sie ist. Man muss seine Lücke finden, in die man reinpasst, ohne anzuecken. Man kann Teil des Ganzen sein, man muss ja auch sowieso irgendwie. Weltfrieden wird es nicht geben und vielleicht werden wir bald alle an Ebola sterben. Ob man seinen Job behält ist genau so unsicher, wie dass am Mittwoch wieder die Sonne scheint. Ich komm damit klar.

Naja

Hallo Tagebuch,

 

es ist schon wieder spät geworden und ich bin auch müde. Morgen geht es weiter mit beklopptem Arbeiten. Nur Quatsch erlebt man da, haha! Es ist alles total verrückt und jeden Tag möchte man nur noch lachen. Schade, dass ich in der Zeit nichts anderes machen darf. Ich könnte es ja mal versuchen. Ein Bild malen oder ein Musikstück vortragen. Sinnvolle Beschäftigung wäre das! Sinnvoll bis zum Abwinken! Kinder tun es auch, denn sie gehen in die Schule. Nur sinnvolle Sachen. Bilder malen unter Zeitdruck, Singen und Tanzen, um gute Noten zu bekommen. Um das Abitur zu schaffen und dann Medizin oder Jura studieren zu können! Singen und Tanzen! Und dann noch einen Doktortitel hinterher. Dann Burn-out, Finanzamt, Schwarzgeld, Scheidung, Alkoholismus, Autounfall, Tod. Was für eine wundervolle Welt!

Krieg kommt ja bald wieder; die Vorzeichen sind eindeutig und einige Leute prophezeien es schon seit Längerem. Ich habe eben in einem Buch rumgelesen. Kohelet meint ja, alles wäre Windhauch. Ich schätze mal, er hat Recht. Sein Text ist glaub ich so 2200 jahre alt und er ist abgedruckt im meistgelesenen Buch der Welt, soweit ich weiß. Dazu kommen die Juden, die haben es auch in ihrem Buch. Aber Bücher darf man nicht zum Vergnügen lesen. Persönliches vergnügen ist verboten und alles muss für die Karriere Sinn ergeben. Sinn!

Ich musste heute wieder an „Feuchtgebiete“ denken, wie schlecht es ist und wie erfolgreich, allerdings viel einfallsloser als die Bibel. Ich will nicht mehr wissen, warum genau es gelesen wird. Aber ich weiss, dass das System uns vorgibt, alles für Geld zu machen. Stinkendes Geld und Karriere, voll mit ekelhaften Flüssigkeiten, die aus Charlottes Arschloch kommen. Die Leute sind nicht unbedingt dumm, sie haben nur keine Ahnung. Ich hab Lotto gespielt, um Geld zu bekommen. Eine Zahl richtig. Zu wenig. Kein Gewinn, keine Karriere, kein Geld! Ich brauche endlich meine Pommesbude am Strand und immer gutes Wetter. Warum kümmere ich mich eigentlich nicht darum? Irgendetwas hindert mich. Ich werde dem auf den Grund gehen müssen. Es ist bestimmt das System. Ich würde meine Pommes verschenken. Ich würde meinen Lottogewinn verbrennen. Nur, um mich am Geld zu rächen. Ich will nur Windhauch, mehr gibt es eh nicht; es steht im Buch. Und Jazz. Jazz ist was Echtes. Er ist nicht wichtig, aber er ist gut. Tanzen, Singen, Malen. Bald Krieg. Es wird schlimm. Alle Kunstwerke werden zerstört, dann können wir sie neu malen, wenn wir noch leben. Wenn wir tot sind – naja! Kohelet sagt, es gibt kein Leben nach dem Tod, glaube ich. Und, dass man mit Gott klarkommen muss. Er ist nicht nett. Er ist nur da und nervt. Das Ganze wird relativiert dadurch, dass wir eh alle total unwichtig sind. Keine Ahnung, wofür Gott uns gemacht hat. Vielleicht spielt er gerne. Vielleicht sollten alle nur noch spielen. Das harmloseste auf der ganzen Welt, die zur Erheiterung über kack-und-piss-Geschichten lacht und ihre Kinder 10 jahre lang mit Mathearbeiten quält. Man muss sich damit arrangieren. Irgendwann muss man damit anfangen. Man muss ja Keiner von den Geistesgestörten werden, die Kinder kriegen, damit später mal jemand mit ihrem Namen mehr Geld verdient, als sie selbst. Es wird sich nichts ändern. Nicht in diesem Leben. Nach dem Krieg wird alles genauso scheisse. Der letzte Krieg hat doch auch nichts gebracht. Und der davor.

Ich  muss aufhören, mich aufzuregen oder deprimiert zu sein. Aber es nützt ja nichts, jeden Tag zu erkennen, dass es keinen Sinn gibt. Man muss die Lücke finden, wo man in Ruhe gelassen wird, wo man endlich mal atmen kann. Vielleicht gibt es irgendwo auf der Welt ja noch eine Anhäufung von Leuten, die nicht so gestresst sind. Ich muss sie suchen. Ich glaub ich brauche sie. Sie sind wohl seit über 2000 Jahren tot, schätze ich. Ich muss stark sein. Ich kaufe mir eine Axt, für den Ernstfall. Irgendwie muss ich ein Gefühl von Sicherheit erzeugen. Ich kann hier nicht überall Mauern hochziehen. Der ganze Hass muss ausgetauscht werden, er muss zirkulieren, ganz genau so wie die Geldströme und der Güllegestank in der Luft. Dieser Krieg ist unvermeidbar. Krieg ist der Normalzustand. Der letzte in Deutschland ist erst 69 jahre her. Wir können es noch – ich weiss es. Menschenleben sind egal! Es geht um’s Geld! Wir können unsere teuren Superwaffen verkaufen, am besten direkt an unsere Feinde. Sie haben auch ein schlaues Buch gelesen!

Es bringt nichts mehr, sich zu beruhigen. Genießen wir die letzten Tage, wo die Sonne noch scheint, bevor der nukleare Winter eintritt. Auf Wiedersehen und gute Nacht.

Irgendwas

[UNSET] (1)Hi lieber Tagebauch,

 

ich fühle mich, als wäre heute viel passiert. Ich habe auch viel nachgedacht und auch den Rasen gemäht. Ich müsste erst mal alle Sachen sortieren. Da war eine Nacktschnecke, eingeklemmt von einer Schranktür. Heute war Einschulung. Ich bemitleide alle Kinder deswegen. Van Goghs Tagebücher habe ich immer noch nicht ausgelesen. Bald ist er tot, der Arme! Hmm, Rasen gemäht… Hmmm. Ich muss mir Notizen machen.

Es läuft Jazz. Es gibt immer neue Musik und viel davon ist gut. Dieser Jazz ist aber alt.

Soweit gibt es dann doch nicht so viel Neues. Ich müsste das eine Fahrrad mal reparieren. Immerhin schreibe ich überhaupt irgendetwas auf. Es liegt auch an meiner momentanen Müdigkeit. Ich müsste erst mal fit werden. Schon 3 Capri-Sonnen heute und eine ganze Flasche Sinalco Cola.

Urlaub wird erst mal nichts, auch nicht das Wochenende über. Wetter ist überall schlecht, es ist dieser Regen und aber auch zu kalt. Über das Wetter könnte ich jetzt was länger schreiben, aber das tun auch schon andere. Aber deswegen ja Rasenmähen – es war später dann endlich mal trocken genug. Im Prinzip ist das Leben schön, man sollte nur in Ruhe gelassen werden. Ein Kind war im Radio, es meint, es freut sich auf das neue Schuljahr, und dass es viel lernen wird. Aber montags hat es 10 Stunden, das findet es doof. 10 Stunden! Niemand kann 10 Stunden am Tag irgendwas lernen! Was züchten wir uns da für kranke Objekte heran!

Ich treffe jeden Tag viele Leute, die meisten sind zu Hause oder nicht weit davon entfernt. Der größte Teil sind Arbeitslose, Rentner oder Alleinerziehende. Dann kommt der nicht zu übersehende Anteil an Geisteskranken. Dieser Teil ist größer, als ich zunächst dachte. Einer in Sandalen und Jogginghose winkt mir an einer Bushaltestelle. „Was ist?“ „Ich such nur die Katze!“ Mehr kurze Unterhaltungen: „Wollen Sie in der Lotterie gewinnen?“ „Nein, danke!“, „Mir wurde zu wenig Werbung angeliefert, es ist nicht meine Schuld.“ „Ja, ich dachte es mir schon, die Ferienvertretung bringt die Werbung nur zu den Leuten, die sowieso Post bekommen.“, „In die Zeile da drüber bitte den Namen noch mal in Großbuchstaben hinschreiben.“ „Meinen Namen? Wie heiße ich noch mal?“, „Hab‘ sie schon kommen sehn!“ „Hallo! Bitte schön! Auf Wiedersehen!“, „Sie sind aber heute spät! Haben Sie Post für mich? Nur für die Nachbarn? Machen Sie das hauptberuflich?“ Die nettesten sind glaub ich die Arbeitslosen, wenn ich mal so drüber nachdenke. Im Prinzip sind aber alle gleich.

Ich musste letztens etwas in meinen Terminkalender eintragen. Irgendwas, ich glaub nichts schlimmes. Ich geh jetzt nicht gucken, ist bestimmt erst in 2 Monaten. Aber allein die Tatsache, dass da jetzt was steht, hat mich gestört. Vor kurzem habe ich beim Ausmisten einen leeren Taschenkalender von 2014 gefunden und weggeschmissen. Er war noch gut und bestimmt noch 1/4 von dem wert, was er mal gekostet hat. Ich muss bald mal in die Stadt fahren, weil die Bücher ablaufen, die ich ausgeliehen habe. Ich hasse Termine.

Ich glaube, wenn man dumm genug ist, kommt man mit jeglichem Stress zurecht. Das machen, was unvermeidlich jetzt sofort als nächstes ansteht, und man muss sich keine Gedanken mehr um irgendeine Reihenfolge machen. Oder über den Sinn. Aber lassen wir das…

So, ich finde das war jetzt genug ungeordneter Scheiss. Wenn ich öfter mal schreiben würde, wäre das bestimmt besser. Ich nehm es mir fest vor. Oh, schon zwanzichfuffzehn durch! Guten Tach! Bitte schön! Tschö!

 

OK

Ich schreibe bald wieder was. Ich fühle, dass ich bald soweit bin!

Hier erst mal nur ein Bild:

dum?

dum?

Ja, ein starkes Verlangen, mich mitzuteilen und der ganzen Welt zu sagen, wie ich mich fühle, das ist es. Ich kann nicht dagegen ankämpfen, ich sollte es wohl auch nicht tun.

Ich will dann – bald, wenn ich hier was schreibe,  auf keinen Fall weinen und sagen, dass alles schlecht ist. Ich will nicht mehr über die Sachen schreiben, über die ich früher geschrieben habe. Alles ist auch schon wieder ganz anders geworden. Es ist ja auch viel Zeit vergangen. Das ist dann ganz normal.

Hier noch ein Bild:

doppeldum?

dumdum?

Wo soll ich anfangen und was ist überhaupt wichtig? Nein, ich weiß. Ich schreibe nicht über das, was wichtig ist, sondern über alles andere. Ein guter Plan. Damit kann ich auch sofort anfangen!

 

Gar nicht so leicht was zu finden, was unwichtig ist. Vielleicht ist alles unwichtig.

Hier noch ein Bild, ich muss erst mal nachdenken.

A-a oder Pipi?

A-a oder Pi-pi?

Es hat nicht viel gebracht, wie meistens. Rechts ist ein Kästchen mit allen „Kategorien“, in die ich vorherige Einträge eingeordnet habe. Mir gefällt nichts mehr und ich schreibe nur noch über andere Sachen. Zum Beispiel über gar nichts, gar nichts wichtiges, gar nichts, was irgendwie eine Rolle spielt, weder bei dem Rest der Welt, noch bei mir selbst. Dieses ganze egoistische Gefasel ist so dämlich. Als Schaf steht man auf der Weide und glotzt blöd. Sorry, ich will keinen beleidigen, aber es ist doch wirklich so. Man macht den ganzen Tag nicht viel Verschiedenes. Wenn der Fotograf kommt, glotzt man halt doof in die Kamera. Dazu fällt mir ein gutes Bild von heute ein:

Wer?

Wer?

Was wird passieren, wenn es so weit ist? Die Welt explodiert, ein gelber Feuerball vernichtet alles, und gleichzeitig öffnet sich die Ewigkeit und lässt alles rein, was jemals gewesen ist. Alles und alle stehen ungeordnet in der nicht vorhandenen Gegend herum und sie fragen sich, was sie machen sollen. Sie könnten alles tun. Aber sie haben doch schon so viel getan, damals auf der Erde. Sie können die Welt nicht mehr verbessern – oder sie sprengen, sie ist weg, nur noch Ewigkeit und Alles ist da. Ich glaube, dass sie sich erst mal ihre Lieblingsplatte anhören wollen. Das weckt Erinnerungen und sie denken an früher. Damals. In der Welt. Das war voller Geld, Toiletten und Autobahnen, das mit der wenigen Zeit. Alles war voller Dreck, der weggemacht werden muss. Und das nächste Buch muss geschrieben werden und der nächste Geburtstag geplant. Immer dieses weiter und weiter, immer weiter. Ende, nur die paar Lieder auf Repeat.

Glück und Wohlbefinden sind keine Kategorien mehr. Alles ist, und es bleibt. Unter ein paar Kisten findet man eine Kerze und man zündet sie an. Sie brennt für immer und das Lied ist immer das gleiche. Es ist Ok, man hat Geschmack. Es bleibt. Es bleibt gleich. Ohne Zeit sind alle gleich. Warum aufstehen? Es reicht und mehr geht auch nicht. Es gibt nichts weiter zu tun. Es ist OK. Es bleibt OK.

Nach dieser kurzen Meditation muss ich erst mal rausgehen, um zu überprüfen, ob noch alles da ist.

Die Hecke unter dem Licht der Laterne war grün und das gegenüberliegende Haus war dunkelrot. Das kleine Auto der Nachbarin war schwarz. Der Himmel war bewölkt und der Boden nass. Es war keiner unterwegs. Vom Meteoritenschauer war nichts zu sehen; ja, der kommt ja auch erst morgen. Ich schätze mal, die Schafe stehen auf der Weide. Ich gehe davon aus, dass alles erst mal so bleibt. Von mir aus…

Da keiner meine Bilder kaufen will, muss ich jetzt leider Diktator werden.

Därr Föhrer

Nichts Tolles

Image

Hallo, ich bin wieder da.

Ich habe gerade den letzten Eintrag gelesen und er hat mir gut gefallen. Gut, dass ich aufgeschrieben hab, was ich damals gedacht habe, denn ich denke noch genau so. Der einzige Unterschied zu September ist, dass ich jetzt wirklich nicht mehr arbeiten gehe. Ich tue nicht nichts, ich tue vor allem Sachen, die mir gefallen. Es ist jetzt Januar und es ist kein neuer Job in Sicht.

Ich beachte jetzt Groß- und Kleinschreibung. Ich finde, dass das ein Fortschritt ist, ist irgendwie Gewöhnungssache.

Ich würde lieber irgendwas bewirken mit den Sachen, die mir gefallen und in denen ich besser werde. Immer wenn ich mich mit der Jobsuche beschäftige, wird es sehr bald frustrierend. Ich glaube es liegt an mir. Ich muss irgendwas tun, das sagen alle. Fast alle. Aber die, die nichts dagegen sagen, tun auch nichts – nichts mit Geld verdienen. Das gesparte Geld reicht noch ein paar Monate.

Ich will nicht über den Sinn von Allem schreiben. Das ist zu ermüdend. Es ist immer das Gleiche, es wiederholt sich andauernd. Es sind die gleichen Fragen, die auf immer das Gleiche hinauslaufen. Immer wieder gibt es am Ende die gleichen paar Alternativen, aus denen man wählen kann, und keine ist befriedigend.

Es ist schwer, sich überhaupt zu irgendetwas aufzuraffen. Die Sonne scheint und das ist gut. Was will man überhaupt mehr? Immer das gleiche: es kann auch gut sein. Wiederholungen in einer echt kleinen Welt, die man gar nicht ganz kennenlernen will, und zwar nicht aus Faulheit, sondern aus Vernunft. Man ist gut genug informiert über alles. Man muss nicht alles selbst erleben. Das meiste ist ungesund. Und Krankheit ist eine der schlimmsten Sachen auf der Welt.

Erstaunlich, wie wenig sich ändert, außer dass man älter wird. Im September war die Welt gleich. Ich war nur jünger. Auch heute Nacht wird es wieder dunkel sein. Ein ganzer Tag voller Sonnenschein liegt vor mir. Aber es ist kalt. Der Winter kommt endlich. Es tut sich was. Irgendwas. Eben noch habe ich eine gefrorene Werbezeitung vor dem Haus liegen sehen. Der Bote hat sie wohl gestern verloren, und ich glaub, ich hatte ihn sogar bei seiner Arbeit gesehen. Vor einer Minute hatte ich beschlossen, sie aufzuheben und zu entsorgen. Aber sie war weg. Jemand anders hat sie weggenommen.

Jetzt mehr Wolken als eben. Der Nachbar wischt das Tauwasser von den Scheiben seines kürzlich erworbenen Mercedes. Das Wasser perlt an seiner braunen Wildlederjacke ab. Was hat er für einen Job, wenn er jetzt erst losfährt, mittags um elf? Toll, ich habe Nasenbluten und beende die heutigen Aufzeichnungen. Ich freue mich schon darauf, das hier in ein paar Monaten zu lesen. Wenn irgendwas spannendes passiert, geb ich Bescheid.